Für eine Zukunft ohne Bohren!

Sauberes Gewissen und saubere Zähne: Statt herkömmlichem Plastik aus Erdöl, verwenden wir für all unsere Produkte Biokunststoffe auf pflanzlicher Basis. Durch diese nachwachsenden Rohstoffe reduzieren wir anfallende Treibhausgas-Emissionen drastisch und vermeiden auch fatale Folgen der fossilen Brennstoff-Gewinnung, wie etwa durch Fracking oder Tankerunglücke.

Vom Feld – in die Mühle – zu dir

Nachhaltige Herstellungsprozesse liegen uns sehr am Herzen. Und weil Kunststoff, der auf Zuckerrohr basiert, Hauptbestandteil unserer Produkte ist, erläutern wir euch kurz seine Herstellung von der Pflanze zum fertigen Produkt. Denn diese Art Kunststoff ist leider noch eher ungewöhnlich und auch für uns war die Entwicklung deshalb eine spannende Herausforderung.

Das Zuckerrohr

Zuckerrohr gehört zur Familie der Süßgräser. Die Halme haben einen Durchmesser von 20 bis 45 mm. Sie erreichen eine Höhe von 3 bis 6 Metern. Zuckerrohrpflanzen wachsen in subtropischem und tropischem Klima und gedeihen bei Temperaturen zwischen 25 und 30°C, am liebsten in hügeligen Anbaugebieten.

Die Photosynthese von Zuckerrohr

Wie alle Pflanzen „atmet“ auch Zuckerrohr CO₂ aus der Atmosphäre. Dabei verwandelt es das Kohlendioxid und Wasser zu Sauerstoff. Der bildet die Ozonschicht um unsere Erde. Jede Tonne unseres Zuckerrohr-Kunststoffs nimmt so bis zu 2,5 Tonnen CO₂ aus der Atmosphäre auf, während durch die Förderung von Erdöl für herkömmlichen Kunststoff CO₂ entsteht.

Die Anbaugebiete

Unser Zuckerrohr kommt aus Brasilien, dem größten Produzenten weltweit. Die Anbauflächen nehmen dort ca. 8 der 283 Mio. Hektar Ackerland ein und befinden sich im Südostenten des Landes. Da die Zuckerproduktion in Brasilien konstant abnimmt und durch die agrarökologische Zonenpolitik geregelt ist, deutet sich keine Ausweitung in Gebiete mit hoher Biodiversität, wie den Amazonas-Regenwald an.

Der Anbau und die Ernte

Die Anpflanzung von Zuckerrohr geschieht über Stecklinge. Die erste Ernte kann 9 bis 24 Monate nach dem Auspflanzen erfolgen. Danach schlagen die Stümpfe wieder aus und nach weiteren 12 Monaten kann erneut geerntet werden. In Brasilien sind fünf Ernten üblich bis die Pflanze ausgedient hat und neue Stecklinge gesetzt werden.

Die Weiterverarbeitung zu Bioethanol

Das Zuckerrohr wird gehäckselt, gepresst und zu Kristallzucker verarbeitet. Die dabei anfallende Melasse, ein zuckerhaltiger Saft, ist die Basis für unseren Biokunststoff. In der Produktionsstätte in Rio Grande del Sul wird sie durch die Zugabe von Hefe vergoren und dann durch Destillation zu einem 99% reinen Alkohol (Bioethanol) veredelt.

Die Reste-Weiterverwertung

Viele Reste können als Futtermittel oder zur Papierherstellung genutzt werden. Ein Teil der Bagasse (Faser-Überreste) wird verbrannt, um Wärmeenergie für Produktion und Destillation sowie elektrische Energie für die Maschinen zu produzieren. Dadurch sind Zuckerrohrmühlen energetisch autark und können überschüssigen Strom sogar verkaufen.

Bio-Ethanol wird zu Bio-Kunststoff

Auf molekularer Ebene geht es weiter. Das Bio-Ethanol wird erst zum Gas Ethen verdampft und anschließend durch Kettenpolymerisation zu Bio-Polyethylen weiterverarbeitet. Und um es vielleicht ohne zu viele chemische Fachbegriffe zu erklären: Aus dem Gas wird so ein Feststoff, in Form von Granulat.

Transport und Weiterverarbeitung

Per Schiff wird das Biokunststoff-Granulat zu den entsprechenden europäischen Zielhäfen transportiert. Um den dabei entstehenden CO₂-Ausstoß auszugleichen, unterstützen wir das Wiederaufforstungsprojekt von Plant-for-the-Planet. Am Hafen angekommen, geht es mit dem Transporter weiter zu unseren Produktionspartnern.

Produktion und Verpackung

Im letzten Schritt wird das Bio-Polyethylen-Granulat schließlich durch Spritzguss zu den jeweiligen Produkten geformt, z. B. Aufsteckköpfe, Reisekappe oder Zahnseide-Spule. Anschließend wird das fertige Produkt in unsere Kartons aus FSC®-zertifizierter Pappe verpackt und in unser Lager nach Hamburg transportiert.

Unsere Philosophie: Weniger ist besser

Ehe wir ein neues TIO Produkt herstellen bzw. es überhaupt erst entwerfen, werden wir uns immer fragen, ob es überhaupt benötigt wird. Denn Wir wollen sichergehen, dass jedes Produkt unserer Idee von reduziertem Verbrauch entspricht.
1

Nur essentielle Produkte schaffen

Wir entwickeln die Produkte, die jeder Mensch benötigt und erzeugen keine neuen Bedürfnisse.

2

Den Materialverbrauch reduzieren

Jedem TIO-Produkt liegt eine fundierte Analyse zu Material-Einsparung bei Design und Verpackung zugrunde.

3

Wiederverwendbarkeit gewährleisten

Ob Teile der TIO-Produkte oder neugedachte Verpackungskonzepte – so viele Bestandteile wie möglich sollen in bestehenden und zukünftigen und zukünftigen Wertstoffsystemen verwertbar sein.

4

Transportwege minimieren

Wir versuchen mit den besten, nahe gelegenen Partnern zusammenzuarbeiten und unnötig lange Transportwege zu vermeiden sowie klimaneutralen Versand anzubieten.

Häufige Fragen zur Nachhaltigkeit.

Die Herstellung umweltfreundlicher Produkte ist komplex und wer sich damit auseinandersetzt, hat natürlich Fragen, die wir gerne beantworten.

Steht die Flächennutzung für Biokunststoff in Konkurrenz zu Lebensmitteln?

Ca. 2,5 Millionen Tonnen beträgt die jährliche Produktion von Biokunststoff, was 0,2% der jährlichen Lebensmittelabfälle von 1,3 Milliarden Tonnen entspricht, die auf dem Weg vom Feld zum Teller verloren gehen. Daher sehen wir keine direkte Konkurrenz zu Lebensmitteln, vielmehr ein Verteilungsproblem. Auch wenn dieses Verteilungs-Problem gelöst wird, sind wir sicher, dass der ökologische Vorteil von Bio-Kunststoff im Ökosystem die Anbaufläche wert ist.

Wie wird Biokunststoff entsorgt?

In der Theorie sind manche pflanzenbasierte Kunststoffe zwar kompostierbar, jedoch werden sie aktuell noch in keiner industriellen Kompostieranlage angenommen, da sie zum Verrotten längere Zykluszeiten haben als die üblichen dort verarbeiteten Pflanzenabfälle. Sobald sie dicker sind als eine Folie würden sie auch in der Natur zu lange brauchen um zu verrotten. Daher setzen wir nach Möglichkeit auf recyclebare Materialien, wie pflanzenbasiertes PE, das bedenkenlos in die gelbe Tonne wandern kann.

Wie ist die CO₂ Bilanz eurer Produkte?

Wir sind noch dran in Zukunft komplette LCA’s (Life Cycle Analyses) unsere Produkte durchführen zu lassen. Eine komplette Analyse je Produkte ist aufgrund vieler Zwischenschritte sehr aufwendig. Daher haben wir diese vorerst nur von unseren verwendeten Materialien durchführen lassen.

Zuckerrohr: Das biobasierte PE-Polymerharz führt zu einer Entfernung von CO₂ aus der Atmosphäre von durchschnittlich -2,15 kg CO₂/kg. Im Vergleich zu petrochemischem PE, das eine GWP100-Wirkung von +1,83 kg CO₂/kg PE hat, beträgt der GWP100-Nettovorteil des biobasierten HDPE (Slurry) im Basisfall -3,98 kg CO₂/kg biobasiertes PE.

BioNylon (Borsten und Zahnseide): hat einen Wert von 4,0 kgCO2/kg im Vergleich zu > 9 CO₂/kg PA 6.

Das bedeutet allein durch das von uns verwendete Material sparen wir deutlich CO2 ein. Durch unsere Kooperation mit der Plant-for-the-Planet Stiftung unterstützen wir deren Aufforstungsprojekte und entfernen damit CO₂ aus der Atmosphäre, welches durch Produktion und Transportwege freigesetzt wird. Zudem werden durch minimale Verpackung und maximale Wiederverwendbarkeit Ressourcen geschont und CO₂ eingespart.

Was ist das Treibhauspotential?

Das Treibhauspotential ist ein Maß für die Vergleichbarkeit verschiedener Treibhausgase. Da eine der größten Ursachen der Klimawandels die CO₂-Emissionen bei Energieumsetzung ist, wird für Gase wie Methan, Lachgas und diverse Kältemittel ein CO₂-Äquivalent angegeben. Diese Zahl gibt damit an in welchem Ausmaß eine Masse dieses Gases, im Vergleich zur gleichen Masse CO₂, zur Erderwärmung beiträgt.